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Plastiktüten – Rückgang dank freiwilliger Vereinbarung

Rückgang von Plastiktüten

Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland geht immer weiter zurück. Eine Ursache dafür ist die freiwillige Vereinbarung zwischen dem Handel und dem Bundesumweltministerium.

Im Vergleich zum Vorjahr waren in Deutschland 2017 etwa 1,3 Milliarden Plastiktüten weniger im Umlauf als noch 2016. Dies belegen die aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung – kurz GVM. Mit diesem Wert hat die Bundesrepublik bereits heute das Verbrauchsziel der Richtlinie der EU zu Kunststofftragetaschen unterschritten.

 

Die freiwillige Vereinbarung zur Reduzierung von Plastiktüten

Eine zentrale Ursache für diesen Rückgang stellt eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Handel und dem Bundesumweltministerium dar. Diese ist am 1. Juli 2016 in Kraft getreten. Grundlage dieser Vereinbarung ist die vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union im April 2015 beschlossene Änderung der Richtlinie 94/62/EG, die sich auf eine Verringerung des Verbrauchs von leichten Kunststofftragetaschen bezieht. Als solche definiert die EU Plastiktüten mit einer Folienstärke von unter 50 Mikrometern. Eine Ausnahme macht die Richtlinie bei sehr leichten Plastiktüten, die unter anderem für Obst und Gemüse verwendet werden. Im Rahmen dieser Richtlinie ist jeder EU-Mitgliedsstaat selbst für die Umsetzung verantwortlich. Aus diesem Grund sieht die freiwillige Vereinbarung vor, dass Kunden Plastiktüten nur noch gegen ein Entgelt erhalten können, das der Handel festlegt.

 

Teilnehmende Unternehmen

Die freiwillige Vereinbarung stößt dabei auf regen Zuspruch im Handel. Insgesamt haben aus diesem Grund bereits 360 Unternehmen mit 47.000 Filialen die Vereinbarung unterzeichnet. Bemerkenswert ist zudem, dass sich hierunter alle großen Lebensmittelketten, Textilhändler und Baumärkte befinden. Außerdem haben sich viele Einzelhändler dazu entschieden, der Vereinbarung zuzustimmen, ohne diese formell zu unterzeichnen.

 

Mit Freiwilligkeit zum Erfolg – Weniger Plastiktüten im Umlauf

Durch diese umfangreiche Zustimmung konnte der Handel den Verbrauch von Kunststofftragetaschen im Jahr 2017 auf 2,4 Milliarden Stück in Deutschland reduzieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag der Verbrauch noch bei rund sieben Milliarden Stück. Das bedeutet allerdings immer noch rund 29 Plastiktüten pro Kopf im Jahr. Mit Blick auf Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometer lässt sich allerdings „nur“ noch ein Pro-Kopf-Verbrauch von 25 Stück feststellen, was bereits heute das angestrebte Ziel der EU-Richtlinie von 40 Stück im Jahr 2025 unterbietet.

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